Neujahrsturnier 2008

Der Lausitzer Radsportverein Cottbus hatte zum bereits 11. Neujahrsturnier der Radballer eingeladen. Auf den beiden Spielfeldern der Städtischen Turnhalle in der F.-L.-Jahn-Straße fanden parallel das Turnier der Eliteklasse und das Turnier bis zur Leistungsklasse Landesliga statt. Der Einladung zum ersten Turnier folgten Berlin, Leipzig, Magdeburg, Freiberg, Wiednitz und Iserlohn (aus NRW). Einschließlich unserer Lokalmatatoren Mario Bossan und Jan Pannach waren vier Mannschaften mit Bundesligaerfahrungen dabei. Auf der zweiten Spielfläche traten Neustadt und Großenhain aus Sachsen, Spremberg, Finsterwalde und seit langem wieder einmal zwei Cottbuser Teams an. Besonders gespannt konnte man auf das Abschneiden des erstmals in einem Wettkampf antretenden „Zwei-Generationen-Duos“ André Koch und Clemens Lange als jüngster Turnierteilnehmer sein.Im Turnier der Eliteklasse wollten Mario Bossan und Jan Pannach als Mannschaft Cottbus 1 einen der drei ersten Pokale gewinnen. Schließlich hatten die Beiden einen Superstart in die Punktspielsaison der 2. Bundesliga vorgelegt und waren vor drei Wochen beim Deutschlandpokal überraschend ins Viertelfinale vorgedrungen. Erste Anwärter für den diesjährigen Pokalsieg waren Berlin und Magdeburg. Der Leipziger Nils Dreyhaupt hatte für seinen verhinderten Partner keinen Ersatzspieler finden können und so sprangTobias Kolba aus Großkoschen ein. Beide sind exzellente Einzelfighter, die sich bisher nur als Gegner kannten. Bossan/Pannach erwischten einen guten Start in den mit 6 Spielen je Mannschaft über 6 Stunden langen Turniertag. Sie gewannen ungefährdet mit 7:4 Toren gegen die jungen Freiberger. Im zweiten Cottbuser Spiel gegen Magdeburg wäre ein Sieg drin gewesen. Viele Ballvorteile, schnelles Zuspiel, packende Torraumszenen, knallharte Schüsse,“100%ige“ Chancen prägten das Spiel, aber es stand am Ende 4:5. Den gleichen schnellen und hochklassigen Radballsport gab es bei Cottbus gegen Leipzig/Großkoschen zu sehen. Bis lange in die zweite Halbzeit hinein war kein Sieger auszumachen. Mehrmals stand es Unentschieden. Das gemischte Team kam miteinander immer besser zurecht und gewann 9:6. Gegen die Oberliga-Mannschaften aus Wiednitz (Sachsen) und Iserlohn (NRW) behielten Bossan/Pannach durchweg die Oberhand und gewannen sicher 10:4 und 8:3. Im entscheidenden Cottbuser Spiel um den dritten Platz kam Berlin aufs Parkett. Die gestandenen Berliner Männer verfügen übrigens über Erfahrungen aus einem Jahr in der ersten Bundesliga und stehen seit Jahren vor Cottbus in der Punktspieltabelle der 2. Bundesliga. Hier in eigener Halle gelang die Überraschung – vielleicht auch, weil die kleine Schar begeisterter Zuschauer lautstark wie schon lange nicht dabei war. Es sprang ein überzeugender 6:3-Sieg heraus und Bossan/Pannach gewannen mit dieser soliden Tagesleistung den Pokal für den dritten Platz. Den großen Pokal der Sparkasse Spree Neiße erkämpften mit 6 Siegen ungefährdet und doch ein wenig überraschend Kolba/Dreyhaupt. Magdeburg wurde mit einer knappen 6:8-Niederlage gegen Leipzig/Großkoschen Zweiter. Die drei „unterklassigen“ Mannschaften lieferten spannende Spiele mit zum Teil knappen Resultaten, zogen in der Summe der Punkte doch klar den Kürzeren. Aber auch die Unterlegenen stimmten zu: Es hat Spaß gemacht, in Cottbus zu spielen. Es waren durchweg faire Spiele. Alle würden sich freuen, zum 12. Neujahrsturnier wieder eingeladen zu werden.

 

Mario Bossan und Jan Pannach im Angriff auf das Tor von Freiberg

Tabelle Oberliga/2.Bundesliga:

 

  Tore Punkte
1. Leipzig 51:17 18
2. Magdeburg 37:26 13
3. Cottbus 1 41:28 12
4. Berlin 35:22 10
5. Freiberg 25:43 6
6. Iserlohn 21:42 1
7. Wiednitz 16:48 1

 

Das Turnier der Landesliga-Mannschaften war sehr ausgeglichen. Nur Neuling Cottbus 3 konnte nicht eingeordnet werden.Und tatsächlich gingen 8 der insgesamt 15 spannenden Spiele unentschieden oder mit nur einem Tor Differenz zu Ende. So war der überragende 7-Punkte-Vorsprung von Lutz Pannach und Gerold Noack mit 5 Siegen in 5 Spielen keinesfalls vorauszusehen. Das erste Spiel gegen die Vereinskameraden André Koch/Clemens Lange ging noch klar mit 7:3 Toren aus. Gegen Großenhain stand es für Cottbus 2 lange Zeit 2:2, bevor es zum soliden 5:2-Erfolg kam. Ganz eng wurde es gegen Spremberg. Nach dem 2:2-Halbzeitstand kämpften beide Mannschaften vergeblich um ein Tor. Erst in der Schlussminute schafften Pannach/Noack nach Doppelpass den knappen 3:2-Sieg. Vorjahressieger Neustadt trat mit einem neuen Spieler an und führte zwischenzeitlich mit 2:1 gegen Cottbus 2. In dem kraftraubensten Cottbuser Spiel gelang mit einem verwandelten Eckball und wenig später mit einem ins Dreiangel verwandelten verdeckten Freistoß die Wende zum Sieg. Beim Schlusspfiff stand es 4:3. Die Finsterwalder hatten irgendwie nicht ihren besten Tag, schossen insgesamt nur 8 Tore im ganzen Turnier und unterlagen Pannach/Noack 1:5. André Koch und Clemens Lange schafften den erhofften 5. Platz nicht. Es fehlte ein einziges Tor in einem ihrer guten Spiele. In drei Begegnungen hatten Koch/Lange überraschend geführt, gegen Neustadt sogar 4:1. Am Ende hieß es 4:4 gegen Neustadt, 1:1 gegen Finsterwalde und 2:3 gegen Spremberg. André Koch als Quereinsteiger im Radballsport hielt bei seinem allerersten Radballturnier mit seinem 18-jährigen Partner Clemens Lange erstaunlich gut mit und hätte mit ein wenig mehr Glück statt 2 auch 9 Punkte einfahren können.


Gerold Noack und Lutz Pannach bei der Torverteidigung
gegen Clemens Lange und André Koch

Tabelle Landesliga:

 

  Tore Punkte
1. Cottbus 2 24:11 15
2. Neustadt 20:16 8
3. Spremberg 13:10 7
4. Großenhain 14:18 6
5. Finsterwalde 8:14 3
6. Cottbus 3 11:21 2