Mathias Lucas und Vincent Noack siegen beim Neujahrsturnier 2018 in Cottbus und gewinnen den Pokal der Sparkasse Spree-Neiße ...

Vincent Noack und Mathias Lucas gewinnen nach zwei aufreibenden Zitterpartien der Finalrunde zum zweiten Mal den "Pokal der Sparkasse Spree-Neiße". Zum insgesamt 21. Neujahrsturnier, dem 19. um den "Pokal der Sparkasse Spree-Neiße", konnte der Lausitzer Radsportverein Mannschaften aus Freiberg, Großenhain, Neustadt, Sebnitz, Ludwigsfelde, Finsterwalde, Spremberg und Großkoschen gewinnen. Traditionell fanden parallel zwei Turniere statt. In der Leistungsklasse bis zur Oberliga spielten 9 Mannschaften zunächst in zwei Staffeln. Auf dem zweiten Parkett der Städtischen Sporthalle in der Jahnstraße/Ecke Zimmerstraße wurde erstmals ein Altherrenturnier ausgetragen - mit vielen alten Bekannten aus den allerersten Cottbuser Turniertagen. So äußerte Gunder Zschörper aus Großenhain bereits vor dem Turnier: "Ich bin in all den Jahren dabei gewesen. Cottbus war immer ein Erlebnis - faire Spiele, super Atmosphäre, tolle Sportfreunde und die paar kleinen Pokale, die ich gewinnen konnte, sind dabei fast Nebensache." Im Hauptturnier gewannen die Männer aus Ludwigsfelde die Staffel A mit einem am Ende überraschend klaren 4:0 über Vincent Noack und Mathias Lucas vom LRV Cottbus, die dadurch Zweite wurden und sich für das Halbfinale qualifizierten. Staffel B beherrschte Finsterwalde vor Freiberg. Übrigens - bei Finsterwalde spielte Carsten Dobbs mit, der vor vielen Jahren einmal eine Saison für Cottbus in der 1. Bundesliga kämpfte. In den Halbfinals setzten sich dann überraschend die beiden Zweiten der Vorrundenstaffeln durch. In einem bis zur letzten Minute hochspannenden Spiel schlugen die erfahrenen Freiberger die verdammt schnellen Ludwigsfelder mit 3:2 Toren. Noch dramatischer ging es im zweiten Halbfinale Cottbus gegen Finsterwalde zu. Den Finsterwaldern, bisher ungeschlagen, nutzte die "uralte" Bundesligaerfahrung nichts. Am Ende stand es 1:1. Ein Strafstoßschießen musste her. Statt 11-Meter oder 7-Meter sind es im Radball 4-Meter-Schüsse. Jeder der zwei Spieler einer Mannschaft hat zwei Versuche. Die Chancen stehen wie im Fußball etwa 50:50. Kurioserweise ging auf Seiten der Schützen gar nichts - kein Tor nach insgesamt 6 Schüssen. Unter den vielen Fach- und Gelegenheitszuschauern herrschte vor jedem Schuss Grabesstille in der Halle (das zweite Turnier im hinteren Hallenbereich war bereits beendet). Mit dem letzten Schuss von Mathias Lucas ins linke obere Eck rutschten die Cottbuser glücklich ins Finale. Ein erster Begeisterungssturm brach in der Halle los. Das Finale gegen Freiberg bestritten die Cottbuser nach inzwischen fünf kräftezehrenden Spielen wie das Halbfinale aus einer soliden Abwehr heraus. Rasante Attacken wurden nicht immer gleich mit einem Torschuss abgeschlossen. Die auf dem Rad scheinbar schnelleren Freiberger gingen mit einer verdienten 2:1-Führung in die Halbzeit. Noack/Lucas mussten mehr tun. Sie bekamen Freistoßmöglichkeiten, hatten Eckballchancen und schossen häufiger auf das gegnerische Tor. Es gelang das umjubelte 2:2, aber nicht die Entscheidung. Für das Finale sieht das Regelwerk zunächst eine Verlängerung um eine Halbzeit vor. Vincent Noack und Mathias Lucas gingen zurück zur defensiven Spielweise und retteten das Unentschieden durch die torlose Verlängerung, obwohl beide Teams noch zwei, drei hochkarätige Torchancen herausspielten. Als Abschluss und Höhepunkt des langen Turniertages fand erneut das 4-Meter-Schießen statt. Nach 8 Schüssen sollte die Entscheidung fallen, sonst ginge es weiter bis zum "Golden Goal". Mathias fuhr an und traf. Der erste Freiberger schoss und traf ebenso sicher. Vincent zielte vorn hoch - unhaltbar. Der zweite Freiberger schoss, Vincent hielt. 2:1 für Cottbus. Mathias musste wieder vorlegen und verwandelte seinen zweiten Strafstoß zum 3:1 des 4-Meter-Dramas. Jetzt wurde es richtig still in der Halle. Trifft Freiberg nicht, sind die letzten zwei Schusschancen nicht mehr nötig. Der Freiberger schoss zu tief, Vincent hielt, ein Beifallssturm brach los. So dramatisch ging lange Jahre kein Turnier zu Ende, und dann noch mit einem Cottbuser Erfolg. Das kleine Finale gewannen die Ludwigsfelder gegen Finsterwalde souverän mit 5:1 Toren und wurden Dritter.  Die zwei anderen am Hauptturnier beteiligten LRV-Duos Mario Bossan und Sebastian Grabia (Cottbus 2) und Aaron Schulrath/ Alexander Koch (Cottbus 3) belegten am Ende die Plätze 5 und 8. Das als neuntes Team ins Turnier genommene gemischte Paar aus Spremberg und Marius Schwartz (Junior U19 Cottbus) kam mit herzerfrischendem Spiel überraschend auf Platz 6.  Beim "Traditionsturnier" auf der zweiten Spielfläche dominierten die Spremberger und Großenhainer. André Koch und Gerold Noack aus Cottbus wurden Dritter.  Trainer und Vereinsvorsitzender Lutz Pannach sprach bei der Siegerehrung: "... 37 spannende  Spiele an einem Tag, fair ohne Verletzung, Ausgeglichenheit in den Leistungen - die Vorrundenzweiten spielten das Finale. ... Freude bei den Siegern, die auch Niederlagen einstecken mussten und - Verlierer, die sich auf das Turnier 2019 freuen, Nervenkitzel bei Spielern und Zuschauern bis zur allerletzten Sekunde - mehr geht nicht! ..."

 

Gerold Noack und Lutz Pannach beim Einladungsturnier November 2017 in Großenhain (Sachsen)

Matthias Schönert (Großenhain), Lutz Pannach, Gerold Noack und Gunder Zschörper(Großenhain) in der Halbzeitpause...