10 Jahre Bundesliga-Radball in Cottbus - Resümee der Radballsaison 2013......

In den letzten 15 Jahren blieben allein Jan Pannach und Mario Bossan im Zweierradball der Männer das Aushängeschild - das Zugpferd für Sponsoren und Vorbild für die Jugend im Verein. Anerkennung fanden Pannach/Bossan 2000 und 2004 als Cottbuser „Mannschaft des Jahres“. Seit über einem Jahr werden ausgerechnet die Spitzenleute und der beste Nachwuchs im Männerbereich aus der Bahn geworfen. Wenn das in einer „Zweier-Mannschaft“ gleich 6 verschiedene Spieler betrifft, ist das mehr als nur Pech (Zum Fußballvergleich: 33 Profis fallen in der 1. Mannschaft aus!). Jan Pannach wohnt jetzt mit Frau und Sohn in Dortmund und trainiert schon seit Jahren beim RC Pfeil 07 Iserlohn. Mario Bossan hat den Leistungssport im Bundesligabereich ganz aufgegeben. „Neuerwerb“ Lars Wegmann hatte 2011 mit Jan Pannach erstmals in der Cottbuser Sportgeschichte den Weg in die 1. Bundesliga unter die Top 12 freigemacht, sagte dann kurzfristig die Bundesligaspiele ab. Der Ex-Finsterwalder Carsten Dobs arbeitete, wohnte, trainierte in Cottbus und schaffte mit Willi Dittrich den Oberligaaufstieg. Newcomer Carsten Dobs sprang mit Jan Pannach in den heißen Hexenkessel der 1. Bundesliga. Cottbus konnte die Liga nicht halten und obendrein verließ Carsten Dobs im Sommer 2012 Cottbus und den Radballverein. Sein Partner aus der Oberliga Willi Dittrich sollte in der 2. Bundesliga einspringen, brach sich die Hand und schied ebenfalls ganz aus. Da waren noch die ehemaligen Großkoschener Topspieler Matthias Lucas mit Wohnsitz und Arbeit in Cottbus und Student der BTU Vincent Noack. Beide reizte die 2. Bundesliga, das Werben hatte Erfolg und der Vereinswechsel gelang 2012 rechtzeitig. Und als endlich die Punktspiele begannen, fing sich Matthias Lucas eine Verletzung ein, die ihn die ganze Saison zuschauen ließ. Trainer Lutz Pannach darauf angesprochen, winkte nur ab: „Ich bin hier über 30 Jahre Chef der Radballer und von Beginn an seit 2003 Vereinsvorsitzender und dass junge talentierte Nachwuchsleute dem Beruf, dem Studium und der Liebe weit weg von Cottbus folgen, bin ich gewöhnt. Doch diese monatlichen Hiobsbotschaften im Spitzenbereich waren nicht mehr normal und organisatorische Grenzerfahrungen". Jan Pannach kam vom ersten bis sechsten Punktspielturnier aus Dortmund und rettete mit Vincent Noack den Bundesligastartplatz für Cottbus und beide schafften aus dem Stand ohne gemeinsamem Training den Klassenerhalt in insgesamt 22 Punktspielen mit 27 Punkten und 80 geschossenen Toren auf Platz 9. Somit spielen Cottbuser Radballer 2014 wieder um Punkte der 2. Bundesliga und damit gibt es bereits 10 Jahre lang Bundesliga-Radball in Cottbus. Demnächst sind Matthias Lucas und Vincent Noack die Stammspieler der 1. Mannschaft. Nur der Oberligaplatz konnte nicht gehalten werden. Nach dem Abstieg spielten der noch 17jährige Junior Sebastian Grabia und der Neu-Cottbuser und BTU-Student Felix Stege aus Ludwigsfelde eine ausgezeichnete Saison in der Verbandsliga. Sie schossen in 22 Punktspielen ebenfalls genau 80 Tore, holten damit 36 Punkte und den guten 5. Platz. In den ersten zwei Turnieren mit noch zu wenig gemeinsamer Spielpraxis und zu großem Respekt vor den durchweg älteren Gegnern gingen Grabia/Stege zu viele Punkte verloren. Als Einzelkönner sind Grabia und Stege die Schnellsten und technisch Besten der Liga und hätten fast noch den Wiederaufstieg in die Oberliga geschafft. Für 2014 ist der Aufstieg das erste Ziel. Der 3. Mannschaft der Radballer mit Aaron Schulrath und Alexander Koch gelang im zweiten Jahr bei den Männern souverän der Aufstieg von der Landesliga in die Verbandsliga Brandenburg. Nach ihren vier Punktspielturnieren mit insgesamt 20 Spielen, 52 Punkten und 107 geschossenen Toren blieben Koch/Schulrath mit 12 Punkten Vorsprung einsame Spitzenreiter der Landesliga-Süd. So werden in der nächsten Saison gleich zwei Cottbuser Teams gegen die 10 anderen in der Verbandsliga auf das Parkett rollen.